01.12.2025

Einsparungen im Entwurf der nordrhein-westfälischen Landesregierung sorgen für erhebliche Besorgnis

Wie Welt.de berichtet, sorgen geplante Einsparungen im Entwurf der nordrhein-westfälischen Landesregierung für den Landeshaushalt 2026 bei Hochschulen und Studierendenvertretungen für erhebliche Besorgnis. Nach den derzeitigen Planungen sollen die Hochschulen des Landes künftig mit deutlich weniger finanziellen Mitteln auskommen. Vertreter der Hochschulen warnen davor, dass der von der schwarz-grünen Landesregierung eingeschlagene Sparkurs spürbare Auswirkungen auf Personal, Lehre und Infrastruktur haben werde.

[In der Blog-Übersicht wird hier ein Weiterlesen-Link angezeigt]


Insbesondere im Personalbereich rechnen Universitäten mit Einschnitten. Nach Einschätzung von Johannes Wessels, Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz Nordrhein-Westfalen und Rektor der Universität Münster, werden sich die geplanten Kürzungen mittelfristig vor allem auf die Personalstruktur auswirken. Betroffen seien sowohl Professuren als auch der wissenschaftliche Mittelbau. Gerade bei befristeten Beschäftigungsverhältnissen sei mit einem Abbau zu rechnen, erklärte Wessels gegenüber der „Rheinischen Post“, auf die sich Welt.de bezieht.

Ein Rückgang des Personals werde nach Ansicht der Hochschulleitungen zwangsläufig Folgen für die Studienbedingungen haben. Wessels verwies darauf, dass sich die ohnehin angespannte Betreuungsrelation zwischen Lehrenden und Studierenden weiter verschlechtern dürfte. Sinkende Lehrkapazitäten könnten dazu führen, dass weniger Lehrveranstaltungen angeboten werden oder bestehende Angebote eingeschränkt werden müssten. In der Folge sei auch mit einer Reduzierung der Studienangebote zu rechnen.

Darüber hinaus sehen die Hochschulen Einsparpotenziale nicht nur in Lehre und Forschung, sondern auch in zentralen Servicebereichen. Nach Angaben von Wessels könnten Angebote wie die Studienberatung, Maßnahmen zur Internationalisierung oder Investitionen in die IT-Sicherheit zurückgefahren werden. Da die Kürzungen bereits zum 1. Januar 2026 wirksam werden sollen, stehen die Hochschulen unter Zeitdruck. Einige Universitäten bereiten sich laut Welt.de darauf vor, geplante Bau- und Sanierungsvorhaben zu verschieben, Investitionen zu stoppen oder Forschungsprojekte zeitlich zu verzögern.

Anlass der Debatte sind die anstehenden Beratungen über den Landeshaushalt 2026 im nordrhein-westfälischen Landtag, die ab Mittwoch beginnen sollen. Nach den Plänen der Landesregierung soll die Grundfinanzierung der Hochschulen um insgesamt 120 Millionen Euro gekürzt werden. Das Wissenschaftsministerium beziffert den Einschnitt auf rund 2,3 Prozent der für 2026 vorgesehenen Hochschulgrundfinanzierung in Höhe von etwa fünf Milliarden Euro. Die Hochschulen kritisieren diese Kürzungen bereits seit mehreren Wochen und warnen vor langfristigen Folgen für den Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen.

Auch auf Seiten der Studierenden werden Verschlechterungen der Studienbedingungen befürchtet. Katrin Greiner vom nordrhein-westfälischen Landes-ASten-Treffen erklärte laut Welt.de, dass insbesondere Stellen für studentische Hilfskräfte und wissenschaftliche Mitarbeitende wegfallen könnten. Diese seien jedoch ein wichtiger Bestandteil der Lehre, etwa in Tutorien oder bei der Betreuung von Übungen. Zudem sei zu erwarten, dass die Zahl der Studierenden pro Seminar weiter ansteige.

Greiner wies darüber hinaus auf mögliche soziale Folgen der Sparmaßnahmen hin. Sollten Beratungs- und Unterstützungsangebote eingeschränkt werden, könne dies bestehende Ungleichheiten im Hochschulsystem verschärfen. Besonders betroffen wären Studierende, die nicht aus akademisch geprägten Familien stammen und stärker auf solche Angebote angewiesen seien. Eine Reduzierung dieser Unterstützungsstrukturen könne daher zu zusätzlichen Härten und sozialer Ungerechtigkeit führen.

Quelle: Welt.de