10.12.2025

Anteil von Frauen unter den hauptberuflichen Professorinnen und Professoren an Hochschulen in Deutschland weiter gestiegen

Wie das Statistische Bundesamt (DESTATIS) mitteilt, ist der Anteil von Frauen unter den hauptberuflichen Professorinnen und Professoren an Hochschulen in Deutschland weiter gestiegen. Zum Jahresende 2024 waren demnach 30 Prozent der insgesamt rund 52.100 Professuren mit Frauen besetzt. Damit setzt sich ein langfristiger Trend fort, der in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einer deutlichen Zunahme des Frauenanteils in der höchsten akademischen Position geführt hat.

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Nach Angaben von DESTATIS hat sich der Frauenanteil seit 2004 mehr als verdoppelt. Damals lag er noch bei 14 Prozent. Zehn Jahre später, im Jahr 2014, waren 22 Prozent der Professuren weiblich besetzt. Auch im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein moderater Anstieg: Ende 2023 hatte der Frauenanteil noch 29 Prozent betragen. Die aktuellen Zahlen deuten somit auf eine kontinuierliche, wenn auch schrittweise Entwicklung hin.

Deutliche Unterschiede bestehen weiterhin zwischen den einzelnen Fächergruppen. Besonders hoch ist der Frauenanteil laut DESTATIS in den Geisteswissenschaften. Dort waren Ende 2024 rund 44 Prozent der hauptberuflichen Professuren mit Frauen besetzt. Ebenfalls vergleichsweise hoch fällt der Anteil in den Kunstwissenschaften aus, wo 39 Prozent der Professuren von Frauen wahrgenommen wurden. Demgegenüber weisen die Ingenieurwissenschaften weiterhin den niedrigsten Frauenanteil auf: In dieser Fächergruppe lag er bei 17 Prozent. Die Statistik verdeutlicht damit die weiterhin stark ausgeprägten fachspezifischen Unterschiede in der Geschlechterverteilung.

Trotz der positiven Entwicklung bei den Professuren insgesamt zeigt der Vergleich entlang der akademischen Karrierewege, dass Frauen mit zunehmender Karrierestufe seltener vertreten sind. DESTATIS verweist darauf, dass Frauen zu Beginn der akademischen Laufbahn nach wie vor in der Mehrheit sind. So stellten sie im Wintersemester 2024/2025 mit einem Anteil von 52 Prozent die Mehrheit der Studienanfängerinnen und Studienanfänger an deutschen Hochschulen. Auch unter den erfolgreichen Studienabschlüssen dominierten Frauen: Im Prüfungsjahr 2024 waren 53 Prozent der Absolventinnen und Absolventen weiblich, wobei Promotionen in dieser Zahl nicht enthalten sind.

Mit dem Übergang in höhere Qualifikationsstufen nimmt der Frauenanteil jedoch ab. Bei den im Prüfungsjahr 2024 abgeschlossenen Promotionen lag der Anteil von Frauen bei 46 Prozent. Noch deutlicher fällt der Rückgang bei den Habilitationen aus, die als formale Voraussetzung für eine Professur gelten und die Lehrbefähigung an Hochschulen bescheinigen. Hier betrug der Frauenanteil 36 Prozent.

Insgesamt zeigen die Daten von DESTATIS, dass der Frauenanteil in der Wissenschaft mit jeder weiteren Stufe der akademischen Karriere sinkt, obwohl Frauen zu Studienbeginn und beim Studienabschluss überdurchschnittlich stark vertreten sind. Die Zahlen machen zugleich deutlich, dass zwar Fortschritte bei der Besetzung von Professuren mit Frauen erzielt wurden, die Geschlechterverteilung in der Wissenschaft jedoch weiterhin stark von der jeweiligen Karrierestufe und dem Fachbereich abhängt.

Quelle: DESTATIS.de