Anforderungen an Professoren in Lehre, Forschung und Selbstverwaltung
Eine Professur ist kein Job im klassischen Sinn, sondern ein öffentliches Amt mit langfristiger Wirkung. Wer zum Professor berufen wird, übernimmt Verantwortung für Inhalte, Personen und Strukturen. Diese Verantwortung reicht weit über einzelne Lehrveranstaltungen hinaus. Professoren prägen Studiengänge, Forschungsrichtungen und akademische Kulturen. Ihre Rolle ist auf Dauer angelegt, nicht projektbezogen. Genau deshalb sind die Anforderungen so breit gefasst. Es geht nicht nur um Fachwissen, sondern um die Fähigkeit, ein Fachgebiet zu vertreten, weiterzuentwickeln und institutionell einzubetten.
Die Besonderheit der Professur liegt in der Verbindung von Freiheit und Verpflichtung. Wissenschaftliche Unabhängigkeit ist ein hohes Gut, sie geht jedoch einher mit der Erwartung, diese Freiheit verantwortungsvoll zu nutzen. Lehrinhalte müssen fachlich korrekt, didaktisch sinnvoll und gesellschaftlich anschlussfähig sein. Forschung soll eigenständig, methodisch sauber und langfristig tragfähig sein. Selbstverwaltung schließlich verlangt die Bereitschaft, Verantwortung für die Hochschule als Ganzes zu übernehmen. Diese Dreigliedrigkeit ist kein theoretisches Konstrukt, sondern prägt den Alltag der Professur in sehr konkreter Weise.
Anforderungen in der Lehre: Fachlichkeit, Didaktik und Beziehung
Lehre ist der sichtbarste Teil professoraler Arbeit. Von Professoren wird erwartet, dass sie ihr Fach nicht nur beherrschen, sondern es auch verständlich, strukturiert und motivierend vermitteln können. Fachliche Tiefe allein genügt nicht. Entscheidend ist die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge so aufzubereiten, dass Studierende sie einordnen, anwenden und weiterdenken können. Dabei spielen didaktische Kompetenzen eine zentrale Rolle. Lehrformate müssen zu Zielgruppe, Studiengang und Lernzielen passen.
Hinzu kommt die Verantwortung für Prüfungen. Professoren entscheiden über Prüfungsformen, bewerten Leistungen und tragen damit unmittelbare Verantwortung für Studienverläufe und Abschlüsse. Diese Aufgabe verlangt fachliche Souveränität, Fairness und Transparenz. Darüber hinaus wirken Professoren an der Weiterentwicklung von Studiengängen mit. Module werden angepasst, Inhalte aktualisiert, neue Schwerpunkte gesetzt. Lehre ist damit kein statischer Akt, sondern ein kontinuierlicher Gestaltungsprozess, der fachliche Aktualität und pädagogisches Gespür gleichermaßen erfordert.
Anforderungen in der Forschung: Eigenständigkeit und Sichtbarkeit
Forschung ist ein zentrales Element der Professur, auch wenn ihr Gewicht je nach Hochschultyp variiert. Von Professoren wird erwartet, dass sie eigenständig wissenschaftlich arbeiten und ihr Fachgebiet aktiv weiterentwickeln. Das bedeutet, eigene Fragestellungen zu formulieren, geeignete Methoden anzuwenden und Ergebnisse nachvollziehbar zu kommunizieren. Forschung soll nicht episodisch sein, sondern eine erkennbare Linie aufweisen, die über Jahre hinweg tragfähig bleibt.
Sichtbarkeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Publikationen, Vorträge und die Beteiligung an wissenschaftlichen Netzwerken sind Ausdruck dieser Sichtbarkeit. In vielen Bereichen kommt die Einwerbung von Drittmitteln hinzu, die nicht nur finanzielle Ressourcen erschließt, sondern auch die Relevanz und Wettbewerbsfähigkeit der Forschung signalisiert. Professoren tragen zudem Verantwortung für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Sie betreuen Abschlussarbeiten, fördern junge Forschende und prägen damit zukünftige Generationen ihres Fachs. Forschung ist somit nicht nur individuelle Leistung, sondern auch strukturierende Tätigkeit.
Mitgestaltung statt Pflichtübung
Ein oft unterschätzter Teil der Professur ist die akademische Selbstverwaltung. Professoren wirken in Fakultätsräten, Senaten, Berufungskommissionen und zahlreichen Ausschüssen mit. Diese Arbeit ist selten sichtbar, aber für das Funktionieren der Hochschule unverzichtbar. Hier werden Studienordnungen beschlossen, Berufungsverfahren gestaltet, strategische Entscheidungen vorbereitet. Von Professoren wird erwartet, dass sie sich aktiv einbringen und Verantwortung übernehmen.
Selbstverwaltung verlangt ein besonderes Kompetenzprofil. Neben Fachwissen sind Kommunikationsfähigkeit, Kompromissbereitschaft und institutionelles Denken gefragt. Entscheidungen müssen im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen getroffen werden. Dabei geht es nicht um individuelle Vorteile, sondern um das Wohl der Hochschule und ihrer Mitglieder. Professoren sind hier nicht nur Fachvertreter, sondern Teil einer kollektiven Verantwortungsgemeinschaft. Diese Rolle erfordert Zeit, Geduld und die Bereitschaft, über das eigene Fach hinaus zu denken.
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